Abschied von Anne Franks Stiefschwester: Eva Schloss stirbt mit 96 Jahren.

Trauer. Mit Eva Schloss ist eine der letzten Holocaust-ZeitzeugInnen am 3. Januar 2026 gestorben. Im Eckhaus Verlag erschien 2015 ihre Autobiografie „Amsterdam, 11. Mai 1944. Das Ende meiner Kindheit“.

Am 11. Mai 1944, als Eva gerade im Versteck in Amsterdam mit ihrer Familie ihren 15. Geburtstag feierte, wurde die Familie festgenommen und kam über das Durchgangslager Westerbork nach Auschwitz-Birkenau. Eine Krankenschwester hatte die Familie verraten. Ihr Vater und ihr Bruder wurden von den Nazis ermordet, Eva und ihre Mutter Elfriede überlebten das Grauen. Nach der Befreiung des Lagers gingen die beiden Frauen zurück nach Amsterdam, wo sie auf ihren früheren Nachbarn Otto Frank trafen. Das grausame Schicksal verband, Evas Mutter Elfriede Geiringer heiratete 1953 Otto Frank und baute mit ihm zusammen den Anne Frank Fonds auf.

Das Buch „Amsterdam 11. Mai 1944 – Das Ende meiner Kindheit“ von Eva Schloss ist im Eckhaus Verlag Weimar erschienen.

Eva ging nach London und heiratete Zvi Schloss. Sie reiste bis ins hohe Alter durch die ganze Welt, um vor allem jungen Menschen von Auschwitz zu berichten. Ihr Lebenswerk war ein ganz lautes „Nie wieder Faschismus!“. Ihre aus dem Englischen übersetzte Autobiografie „Amsterdam, 11 Mai 1944. Das Ende meiner Kindheit“ („The Promise“) berichtet nicht nur von der Begegnung mit Anne Frank und einer Zeit im Versteck und im KZ, sondern auch über die Verarbeitung der durchlittenen Traumata und die Zeit nach der Befreiung. Es wird ein wichtiges Zeugnis bleiben. 

Die Nachricht, dass Anne Franks Stiefschwester verstorben ist, bewegt auch das britische Königshaus. „Meine Frau und ich sind zutiefst betrübt, von Eva Schloss‘ Tod zu hören“, teilten König Charles III. und Königin Camilla mit.